Vernunft gegen Emotionen:
Rechtzeitig für die Zukunft planen

Viele Betroffene tun sich schwer damit, den Schritt in eine Pflegeeinrichtung zu machen. Vor allem die Angehörigen haben häufig das Gefühl, die Mutter oder den Vater im Stich zu lassen. Bei KSP versucht man, die Probleme frühzeitig anzusprechen und die Angst davor zu nehmen.

An manchen Tagen spürt Jonas Schmidt (Name geändert) noch immer diesen Kampf in sich. In der blauen Ecke: die emotionale Seite, das schlechte Gewissen. In der roten Ecke: die Vernunftebene, die ihm sagt, dass er zusammen mit Mutter und Schwester die einzig richtige Entscheidung getroffen hat. Damals, als sie beschlossen, dass der Vater nicht mehr zu Hause versorgt werden kann und ein profesionelles Pflegeumfeld benötigt. Die Probleme wurden einfach zu groß. Die Zuckerkrankheit. Die Gehbehinderung. Der schleichende Niedergang des Hörvermögens. Und zu guter Letzt noch die Altersdemenz. In manchen Nächten saß Kurt Schmidt plötzlich neben seinem Bett und wusste nicht mehr, wo er war. "Wir mussten reagieren", sagt Jonas Schmidt nachdenklich, " und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl: Wir haben ihn im Stich gelassen, wir hätten das zu Hause hinbekommen müssen."

Gedanken, die Benjamin Janko kennt. Er sitzt als stellvertretende Pflegedienstleitung bei KSP an der Schnittstelle zwischen der mobilen Pflege und einem dauerhaften Wohnplatz im Domizil. "Für die Angehörigen ist dieser Schritt häufig extrem schwer", sagt er, "sie machen sich oft große Vorwürfe."

Dabei scheint sich die Einstellung in der Bevölkerung zu diesem Thema zum Positiven zu verändern. Erst im vergangenen Jahr gab ZDFzoom eine repräsentative Umfrage dazu in Auftrag. Das Ergebnis: 56% der Befragten erklärten, dass sie in ein Alten- oder Pflegeheim gehen würden, wenn sie sich im Alter nicht mehr selbst versorgen könnten. Nur für 39 Prozent käme dies nicht in Frage.

Das aber ist die Theorie. In der Praxis fällt dieser Schritt dann doch nicht ganz so leicht. Weder für die direkt Betroffenen noch für die Angehörigen. Sie zögern die Entscheidungen häufig so lange hinaus, bis sie selbst am Ende ihrer Kräfte sind. Janko weiß das und sagt: "Diese Situationen wollen wir gerne vermeiden." Der Vorteil: KSP deckt mit der Alltagshilfe, der mobilen Pflege und dem Domizil alle Bereiche ab. Deshalb können Probleme schon im Vorfeld rechtzeitig angesprochen werden. Gerade dann, wenn die mobilen Pflegekräfte merken, dass die Situation im häuslichen Umfeld kritisch werden könnte. "Dann suchen wir den Kontakt mit den direkt Betroffenen und ihren Verwandten."

Oft sind das sehr emotionale Gespräche. Weil es dabei nur vordergründig um einen Umzug geht. In Wahrheit geht es auch um viele Erinnerungen und das Verlassen des gewohnten nachbarschaftlichen Umfelds. Janko sagt: "Für viele ist das ein großer Einschnitt." Deshalb wird bei KSP alles dafür getan, diesen Übergang so angenehm wie möglich zu gestalten. "Wissen Sie", sagt Janko, "für einige bedeutet Altenpflege vor allem: sauber, satt und medizinisch gut versorgt. Für uns ist das die Basis. Aber genauso wichtig ist, dass wir unseren Bewohnern eines bieten: ein echtes Zuhause, indem sie sich wohlfühlen."

Das ist es, was später auch den Angehörigen ein gutes Gefühl vermittelt. Ebenfalls positiv: KSP begleitet sie häufig von der Alltagshilfe bis zum Einzug ins Domizil, das schafft Vertrauen. Der Kampf in Jonas Schmidt wird jedenfalls längst nicht mehr so heftig geführt wie früher. "Die Entscheidung war die einzig richtige", sagt er heute, "unser Vater ist gut versorgt und in besten Händen. Das hätten wir zu Hause so nie hinbekommen."