Bewegend, berührend und begeisternd

Zuerst lange im Krankenhaus, nun schon über acht Jahre im KSP-Domizil: Seit 1975 arbeitet Sonja Stumpf im Pflegebereich. Ein Berufsweg mit vielen Facetten und Geschichten.

Im April 1975 fand der Vietnamkrieg ein Ende, Helmut Schmidt war deutscher Bundeskanzler, Borussia Mönchengladbach auf dem Weg zur deutschen Fußball-Meisterschaft - und Sonja Stumpf begann ihre Ausbildung zur Krankenschwester in Schorndorf. Heute ist der Vietnamkrieg längst vergessen, Helmut Schmidt ein Elder Statesman, Gladbach schon ewig titellos. Sonja Stumpf aber arbeitet immer noch in der Schlichtener Straße. Nicht mehr im Krankenhaus, sondern seit über acht Jahren im KSP-Domizil. Bis Ende 2013 als Pflegedienstleitung, seither als Stellvertreterin. "40 Jahre am Stück im Pflegebereich", sagt Martin Kleinschmidt, Inhaber des KSP, "das ist eine unglaubliche Leistung." Und eine unvergleichliche Erfahrung.

Stumpf hat viel erlebt. Viel zu erzählen. Eindrückliche Geschichten wie die eines Mannes, der auf der Suche nach einem neuen Herz war, nicht rechtzeitig ein Spendeorgan bekam und starb. Mit 25 Jahren. "Da sitzt du daneben und kannst nichts ausrichten", beschreibt Stumpf die Hilflosigkeit. Diese ist ebenso eine Facette ihres Berufslebens wie die Freude über schöne und lustige Anekdoten. Zum Beispiel wie ein 100-jähriger Bewohner im Domizil ihrer Nachfolgerin Birgit Arensmeyer aus dem Zimmer hinterherrief: "Die Kloi musch au no mol gießa." Und auf Stumpfs Nachfrage hinzufügte: "Tusch au no bissle Dünger nai."

Interessante und angenehme Erfahrungen, ihre Zeit im Krankenhaus (April 1975 - Oktober 2006) und der nahtlose Wechsel ins Domizil: Stumpf bereut ihren Weg nicht. "Ich würde heute wieder die Entscheidung für die Krankenpflege treffen, weil es ein sehr abwechslungsreicher und vielfältiger Beruf ist." Für eine Veränderung hat es schon eine reizvolle Aufgabe gebraucht, wie sie KSP-Chef Kleinschmidt ihr bot. "Noch mal etwas Neues starten und aufbauen". Stumpf nahm die Herausforderung an, gemeinsam die Eröffnung des Domizils zu bestreiten. Ein neues Team aufstellen und(zusammen)führen, die Tagesabläufe planen, immer wieder überprüfen und anpassen. Sich in das benachbarte, aber doch neue Feld der Altenpflege reinfuchsen.

Mit viel Spaß und Energie hat sie die sieben Jahre als Pflegedienstleitung bewältigt. Ihre wichtigsten Erkenntnisse: Im Vergleich zum Krankenhaus oder öffentlichen Dienst sind bei KSP die Entscheidungswege kurz. Es ist viel Kommunikation gefragt. Mit den Kollegen, Patienten, Angehörigen, Ärzten und Schülern. Und Stumpf weiß jetzt auch: "Wenn man wie wir den Anspruch hat, eine hochwertige Altenpflege zu bieten, dann steckt da verdammt viel dahinter - das hätte ich vorher so nicht geglaubt."

Das sind die Erfahrungen aus 40 Jahren Berufsleben, die Stumpf als stellvertretende Pflegedienstleitung und Verantwortliche für die Schüler weitergeben kann. Diese Rolle wird sie auch in Zukunft ausfüllen. Gute Nachrichten für den beruflichen Nachwuchs bei KSP.