Vortrag zum Thema Altersarmut: Die Politik muss handeln

Altersarmut – ein Thema, das nicht nur alte Menschen etwas angeht. Im Gegenteil. „Betroffen sind davon unsere Kinder und Enkel“, sagte Roland Sing, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK, bei seinem Vortrag in Schorndorf.

Auf Einladung der Kranken- und Seniorenpflege (KSP) und des Seniorenforums war er ins Gesundheitszentrum gekommen. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte er die Gefahr der Altersarmut, die immer größer wird. Die demografische Entwicklung führt, so Sing, zu dramatischen Veränderungen im Rentensystem. Die Politik rede zwar über die Problematik, handle aber nicht – dabei sei es ihre Aufgabe, jetzt ein Rentensystem zu entwickeln, das den Menschen in der Zukunft ein eigenständiges Leben ermöglicht. Wo das Geld für eine Rentenversicherung fehle, weil es immer weniger Beitragszahler gibt, müsse die Lücke mit Steuermitteln ausgeglichen werden.

Zudem dürfe es keine Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent geben (1988: 57,4 Prozent), sonst sei für viele Menschen Armut im Alter unausweichlich. Sing, der auch Vorsitzender des Landesseniorenrates ist, forderte in diesem Zusammenhang eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 53 Prozent. Er plädierte außerdem für die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns. Denn: „Niedriglöhne führen zwangsläufig zu Niedrigrenten.“ Auch dürfe es keine Rente mit 67 geben, solange es für Menschen über 60 zu wenig akzeptable Beschäftigungsmöglichkeiten gebe. „Der Übergang in die Rente muss intelligenter und flexibler möglich sein“, forderte Sing. Nur so ließe sich die Gefahr eindämmen.