Pflegesatz - was ist das?

Was ist eigentlich der Pflegesatz? Und wie setzt er sich genau zusammen? Fragen wie diese tauchen im Gespräch zwischen den Angehörigen von Pflegebedürftigen und den Mitarbeitern bei KSP immer mal wieder auf. Wir beantworten die wichtigsten und sorgen für Aufklärung:

Was ist der Pflegesatz?

Der Begriff des Pflegesatzes ist wie übrigens die gesamte Altenpflege der Krankenpflege entsprungen. Er umschreibt alle Kosten, die die Bewohner eines Pflegeheims für ihren Aufenthalt zu entrichten haben.

Welche Leistungen fallen unter den Pflegesatz?

Der Pflegesatz setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen: die Kosten für die Pflegeleistung (Höhe abhängig von Pflegestufe), für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten. In Baden-Württemberg kommt noch die sogenannte Ausbildungsumlage hinzu. Ein paar Stichworte zu jedem der vier Posten:

Pflegeleistung

365 Tage im Jahr rund um die Uhr werden die Bewohner versorgt. Der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüft, ob jemand pflegebedürftig ist und gibt eine Empfehlung zur Einstufung ab. Erheblich Pflegebedürftige (Stufe I) werden mindestens einmal täglich bei zwei Verrichtungen aus der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) unterstützt, Schwerpflegebedürftige (Stufe II) dreimal. Schwerstpflegebedürftigkeit (Stufe III) liegt dann vor, wenn der Hilfebedarf bei der Grundpflege über vier Stunden pro Tag beträgt und regelmäßig auch nachts anfällt. Die Pflegeleistungen werden in drei Kategorien eingeteilt:

1) Pflegeaufwand

Hierunter fällt zum Beispiel die Unterstützung beim An- und Auskleiden, Aufstehen und Zubettgehen, bei der Körperpflege sowie beim Essen und Trinken. Auch die anfallenden Sachkosten für die Verbrauchsgüter der Pflege wie zum Beispiel Handschuhe gehören hierzu.

2) Medizinische Behandlungspflege

Alle durch einen Arzt angewiesenen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen wie Blutzuckermessung und Insulineinstellung, Injektionen, Katheterwechsel, Verbandswechsel, Nachtbetreuung bei ambulanten Operationen, das Richten und Verabreichen von Medikamenten wie das Umlagern bei immobilen Bewohnern gehören dazu.

3) Soziale Betreuung

Neben der Pflege spielt auch die Alltagsgestaltung der Bewohner eine große Rolle. Freizeitangebote (Vorlesung, KSP-Bingo, Andacht, KSP-Café ...), und seelsorgerliche Betreuung sind hier die wichtigsten Punkte. Bei KSP wird zudem größten Wert auf tägliche Aktivierung gelegt, Gymnastik gemacht, im Sitzen getanzt, das Gedächtnis trainiert, gespielt oder gesungen.

Unterkunft und Verpflegung

Häufig auch "Hotelkosten" genannt. Der Begriff Verpflegung deckt die gesamte Versorgung mit Speisen und Getränken ab. Zur Unterkunft gehört das Bereitstellen von Handtüchern, Bett- und Tischwäsche, ebenso das Waschen und Bügeln der privaten Kleidung. Auch die Reinigung der Zimmer und Gemeinschaftsräume, Wartungskosten, Abgaben, Steuern und Versicherung, Wasser und Strom fallen unter diesen Posten.

Die Investitonskosten

Auch ein Pflegeheim fällt nicht einfach vom Himmel, sondern muss finanziert werden. Mit den Investitionskosten werden die Kosten gedeckt, die dem Träger einer Pflegeeinrichtung bei der Errichtung, Anschaffung und Instandsetzung der Gebäude, der damit verbundenen technischen Anlagen und der Einrichtung entstehen. Auch der Zins und die Abschreibungen fallen hierunter, ebenso mögliche Neuanschaffungen und die Kosten der Instandhaltung.

Die Ausbildungsumlage

In Baden-Württemberg wird die Ausbildung der Altenpfleger durch ein Umlageverfahren subventioniert. Jede Pflegeeinrichtung zahlt dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) die Ausbildungsumlage. Nur die Pflegeeinrichtung, die tatsächlich ausbilden, erhalten aus diesem Topf Geld zurück. So fördert der Gesetzgeber die Ausbildung.