Pflegereform: Das soll sich ändern

Der demografische Wandel sorgt dafür, dass die Zahl der Pflegebedürftigen stetig wächst. Somit gibt es auch immer mehr pflegende Angehörige. Beide sind schon heute nicht optimal versorgt. Eine Pflegereform soll helfen.

Genau 20 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung sollen die Pflegeleistungen angepasst und ausgeweitet werden. Zunächst in einem ersten Schritt ab 1. Januar 2015. Das sieht ein Gesetzesentwurf vor, der im Oktober vom Bundestag beschlossen werden soll. Von den neuen Leistungen sollen Pflegebedürftige und Angehörige bereits im neuen Jahr profitieren.

Was ändert sich?

Die gute Nachricht ist, dass sich alle Leistungsbeträge ab Januar um vier Prozent erhöhen.

Für die stationäre Pflege in einem Heim erhöhen sich die Leistungen wie folgt:

Pflegestufe I von 1023 € auf 1064 €
Pflegestufe II von 1279 € auf 1330 €
Pflegestufe III von 1550 € auf 1612 €

Auch die Sätze für die ambulante Pflege zu Hause erhöhen sich:

Pflegestufe I von 450 € auf 468 €
Pflegestufe II von 1100 € auf 1144 €
Pflegestufe III von 1500 € auf 1612 €

Für pflegende Angehörige, die eine häusliche Vertretung benötigen, soll die sogenannte "Verhinderungspflege" von bislang vier auf sechs Wochen ausgedehnt werden. Die Kosten für die Ersatzpflege übernimmt die Pflegekasse. Für diese Pflegemöglichkeit stehen dann 2418 Euro jährlich zur Verfügung (bisher 1550 Euro). Wer kurzfristig die Pflege eines Angehörigen organiseren muss, etwa nach einem Schlaganfall, kann künftig von der Pflegekasse eine Lohnersatzleistung für eine bis zu zehntägige Auszeit vom Beruf erhalten, vergleichbar mit dem Kinderkrankengeld.

Jede Pflegesituation ist anders. Die pflegenden Angehörigen sollen deshalb in ihrer konkreten Situation entlastet werden. Die Unterstützungsangebote werden ausgeweitet, und die Leistungen können passgenauer eingesetzt werden.

Auch die Zuschüsse für Pflegehilfsmittel wie Betteinlagen, Windeln oder Einmalhandschuhe steigen auf künftig 40 Euro. Wer seine Wohnung umbauen lässt, um Pflege zu Hause möglichst lange durchführbar zu machen, soll künftig rund 1500 Euro zusätzlich von der Pflegekasse bekommen. Bisher gibt es Zuschüsse in Höhe von 2500 Euro für eine barrierefreie Badewanne, einen Treppenlift oder eine Rampe für den Hauseingang. Finanziert werden die Leistungsverbesserungen übrigens von den Versicherten: Durch eine Beitragserhöhung um 0,3 Prozentpunkte zum 1. Januar 2015 sollen knapp 2,4 Milliarden Euro zusätzlich in die Pflegekasse kommen. Davon fließen rund 1,4 Milliarden in die häusliche Pflege und eine Milliarde in die stationäre Pflege.