"Das gibt es woanders so nicht"

Krankenschwester Melanie Wirth hat dem Konzept der mobilen Pflege bei KSP eine zweite Chance gegeben - und die Entscheidung nicht bereut. Im Interview spricht sie über anfängliche Zweifel und darüber, wie schnell diese verflogen waren.

Melanie Wirth, warum sind sie Krankenschwester geworden?
Ich habe gerne mit Menschen zu tun und unterhalte mich mit ihnen. Ich bin immer wieder fasziniert, wie unterschiedlich Menschen sind und wie sie auf ihre Umwel reagieren.

Dann hätten Sie auch Psychologin werden können. Oder Journalistin.
Nein. Mich interessiert ja auch die medizinische Seite. Wie der ganze Mensch funktioniert, wie sich die Medizin entwickelt. Das finde ich total spannend, auch weil man das in unserem Alltag bei KSP direkt spürt.

Wie sieht denn Ihr Alltag bei KSP-Mobil aus?
Sehr abwechslungsreich in jedem Fall. Ich fahre alle fünf Touren - Berglen mal ausgenommen. So komme ich mit ganz vielen Personen in Kontakt. Und da ich nur in Teilzeit arbeite, dauert es schon mal drei, vier Wochen, bis man mal wieder beim gleichen Patienten landet.

Erkennen die Leute Sie dann überhaupt noch?
(Lacht.) Na klar! Das fällt den meisten sofort auf. Da hört man dann Sätze wie: "Sie sind aber schon lange nicht mehr da gewesen." Manchmal klingt das fast ein bisschen vorwurfsvoll. Es zeigt aber auch, dass man vermisst wird - und das ist ein tolles Gefühl.

War der mobile Pflegedienst für Sie Neuland, als Sie im Mai 2009 zu KSP gekommen sind?
Nein, ich habe zuvor anderthalb Jahre lang in einer ähnlichen Einrichtung gearbeitet. Und auch in der Ausbildung zur Krankenschwester schnuppert man in den mobilen Bereich rein. Aber wissen Sie was?

Nein.
Das hat mir gar nicht gefallen! Ich habe mir damals gedacht: Das machst du nie wieder!

Warum?
Es war einfach alles sehr kompliziert. Das fing schon an mit dem Schlüsselsystem, für die zu betreuenden Haushalte. Zudem herrschte großer Druck, man musste sich immer und für alles rechtfertigen, für jede Minute, die im Zeitplan mal nicht genau eingehalten wurde. Am Ende waren alle unzufrieden und es herrschte ein mieses Klima.

Und dennoch haben Sie sich bei KSP beworben ...
Ja, das stimmt. (Schmunzelt.) Prompt habe ich auch ein Vorstellungsgespräch bekommen und mir alles angehört.

Und?
Es war alles gut. Ich habe gleich gemerkt, dass hier auf den einzelnen Mitarbeiter eingegangen wird. Man ist bei KSP nicht einfach eine Nummer. Die Arbeitszeiten sind flexibel, was für mich als alleinerziehende Mutter besonders wichtig war.

Aber?
Ich habe abgesagt - schweren Herzens.

Sie haben was?
Abgesagt.

Warum?
Mir war das anfangs nicht ganz geheuer, so ganz alleine jeden Tag auf die verschiedenen Touren zu den Patienten zu gehen. Davor hatte ich richtig Ehrfurcht.

Was ist dann passiert?
KSP-Inhaber Martin Kleinschmidt hat mich angerufen. Ich solle doch noch mal vorbeikommen. Das habe ich getan, wir haben uns unterhalten - und er hat mich doch überzeugt.

Hand aufs Herz: Haben Sie die Entscheidung schon mal bereut?
Nicht einen Moment! Ich bin einfach nur froh, dass ich diese Chance bekommen und sie ergriffen habe. Ich fühle mich bei KSP total wohl. Das liegt vor allem am Team.

Und was ist mit Ihren Bedenken geschehen? Alle zerstreut?
Ach, wissen Sie, wirklich allein ist man nie. Es ist immer jemand zu erreichen, und wenn man mal Hilfe braucht, kommt die auch ganz schnell. Das gibt Sicherheit. Jeder ist bereit, den anderen zu helfen, einzuspringen oder auch mal einen Dienst zu tauschen. Das gibt es woanders so nicht!

Wie sehen Ihre Pläne aus? Wollen Sie zukünftig mehr arbeiten als 40 Prozent?
Das habe ich vor, ja. Momentan fahre ich immer die Frühtour von 7:30 Uhr bis circa 12 Uhr, die extra für Mütter wie mich eingerichtet wurde. Meine Tochter ist jetzt sieben aber in zwei, drei Jahren, wenn sie alleine zu Schule geht, wäre ich flexibler und würde gerne mehr machen.

Führt Ihr Weg dann also wiede zurück ins Krankenhaus?
Nein. Zumindest im Moment kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Am liebsten möchte ich bei KSP bleiben!