Neue Serie: Aus dem Alltag eines Altenpflege-Schülers

Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Altenpfleger. Wir wollen Christian Fröschle auf diesem Weg begleiten - und lassen ihn in einer Serie regelmäßig berichten. Hier der erste Teil:

Startschuss für meine Ausbildung zum Altenpfleger war im September vergangenen Jahres. Meine zweite Ausbildung übrigens, denn zuvor habe ich bereits Koch gelernt. Das war zwar auch nicht schlecht, aber mir hat dabei etwas Entscheidendes gefehlt, sozusagen das Salz in der Suppe: der Umgang mit Menschen. Mir macht es einfach richtig viel Spaß, mich mit anderen Leuten zu unterhalten und ihnen helfen zu können. Nicht zufällig war ich als Jugendlicher schon Schulsanitäter und Streitschlichter. Freunde, die bereits in der Pflege arbeiten, haben mir dann den Beruf Altenpfleger ans Herz gelegt. Mein Fazit nach zwei Tagen Hospitanz: Das passt super!

Mein Fazit nach einem guten halben Lehrjahr: Das passt immer noch super! Zwei Tage die Woche geht es in die Schule. Hier haben wir bisher viel über die Anatomie gelernt und Wissen über Lunge, Herz, Niere und Kreisauf gesammelt. Weitere Schwerpunkte waren Hygiene, Krankheitsverläufe und -anzeichen. Ich bin ehrlich: Es gibt auch in der Schule schöne Momente und Themen, die mich begeistern. Aber das lange Sitzen ist nicht so mein Ding :-).

Das praktische Arbeiten fällt mir da deutlich leichter. Im Domizil habe ich gelernt, wie man auf die Bewohner zu- und mit ihnen umgeht, ein Verhältnis zu ihnen aufbaut. Sie sind glücklich, wenn man sich mit ihnen beschäftigt und unterhält. Man spürt einfach eine unwahrscheinliche Dankbarkeit und bekommt direkt etwas zurück - und das ist ein tolles Gefühl! Beim Aufstehen freue ich mich jeden Tag auf die Arbeit.

Weniger Freude löst bei mir der Gedanke an die nun anstehende Klausurenzeit aus. Im Mai stehen für meine Mitschüler und mich die ersten Prüfungen zum Altenpflegehelfer an. Das ist nicht spaßig, gehört aber eben auch dazu. Drückt uns die Daumen!